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Hemshof-Siedlung
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Historische Werkssiedlung erhält neuen Glanz

Über 100 Jahre alte Gebäude werden modernisiert

Pilotprojekt macht den Auftakt

Auftakt für die Modernisierung der Siedlung war das Meisterhaus in der Sodastraße 40. Der über 100-jährige Altbau wurde zum Niedrigenergie- haus modernisiert. Die Herausforderung war dabei, die bestehende Klinkerfassade auf Grund ihrer historischen Bedeutung zu erhalten und trotzdem Heizenergie und damit Heizkosten einzusparen. Deshalb hat das Wohnungsunternehmen der BASF erstmalig mit dem BASF-Schaumstoff Neopor® eine Innendämmung realisiert. Nach der Modernisierung hat sich der Energiebedarf um bis zu 80 Prozent reduziert. Mit dem Pilotprojekt hat die LUWOGE wichtige Erfahrungswerte ermittelt. Für eine serienmäßige Umsetzung sind jedoch vorgefertigte Lösungen sowie handwerkliche Vereinfachungen notwendig, damit sich eine energetische Modernisierung möglichst schnell rechnet.

Das Gesamtkonzept

Für alle weiteren Häuser wurde eine andere, ebenfalls attraktive
Lösung gewählt. Vier weitere Meisterhäuser mit je 110 Quadratmetern
Wohnfläche wurden entlang der Leuschnerstraße komplett hergerichtet.
Die Grundrisse der sogenannten Quadrohäuser mit den vier Wohneinheiten
und dem jeweils kleinen Garten wurden erhalten, die Sanitäranlagen modernisiert. Die Häuser wurden mit einer Erdgeschossdecken-, Boden- und Dachdämmung sowie zweifach verglasten Fenstern ausgestattet. Damit hat sich der Heizenergiebedarf um die Hälfte auf zirka 12 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr reduziert. Um den historischen Charakter der Häuser zu erhalten, wurden beispielsweise Giebelaufbauten und Klinkerfassade erhalten. Mit Fertigstellung der Meisterhäuser werden nun nach und nach die 22 Arbeiterhäuser modernisiert. Die Wohnungsgrößen von 60 bis 70 Quadratmetern Wohnfläche sowie die einzelnen Raumgrößen sind auch für kleinere Haushalte – hinsichtlich der demografischen Entwicklung – geeignet. Die LUWOGE beabsichtigt, den östlichen Teil der Leuschnerstraße bis 2015 zu modernisieren. Der Bestand westlich der BASF soll in Abstimmung mit BASF, Stadt und Landesdenkmalamt privatisiert werden, um auch dort zur Stabilisierung und dem Werterhalt des Stadtteils beizutragen.

Historie

1872 beginnt der Bau der großen Hemshof-Kolonie mit über 400 Wohnungen, in denen Werksangehörige zu günstigen Bedingungen wohnen können. Zwar hatte die BASF schon zuvor Unterkünfte für ihre Mitarbeiter erstellt, doch in viel bescheidenerem Ausmaß. Erst mit der Planung und Errichtung der Hemshof-Siedlung ging die BASF zum systematischen Werks-wohnungsbau über. Damit  wurde auch ein entscheidender Beitrag zur Überwindung der Wohnungsnot geleistet, die seit der Industrialisierung in Ludwigshafen herrschte: Viele Arbeiter hatten nur einfachste Schlafstellen oder enge Kleinwohnungen in Mietskasernen. Von solchen Kasernen unterschied sich die Hemshof-Kolonie deutlich und setzte einen eigenen städtebaulichen Akzent: Jedes der Backsteinhäuser ist freistehend, von Gärten umgeben und in vier separate Wohnungen geteilt. Die Häuser für Arbeiter sind anderthalbstöckig: Jede Wohnung hat zwei Stuben, eine Kammer, Küche, zwei Kellerräume und Garten. Die Häuser für Aufseher und Meister sind zweieinhalbstöckig: Jede Wohnung hat drei Stuben, zwei Kammern, Küche, Kellerraum und Garten. Außer der Hemshof-Kolonie entstanden in den folgenden Jahren auch Wohngebäude für Angestellte in unmittelbarer Nähe des Werkes.

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